Wann hilft Gestalttherapie?

Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen“

(Friedrich Nietzsche)

Jede Krankheit bedeutet eine Störung des Gleichgewichts des Gesamtsystems des Menschen. Psyche, Körper und Seele sind dabei beteiligt. So betrachtet die GESTALTTHERAPIE immer den ganzen Menschen.

Wann hilft Ihnen eine GESTALTTHERAPIE?

  • Bei der Bewältigung persönlicher und beruflicher Krisen
  • Bei Verlust (Trennung, Tod) bzw. zur Neuorientierung bei Beziehungskrisen
  • Stressauslösende Faktoren zu verringern
  • Bei der Auflösung von Ängsten und psychosomatischen Beschwerden
  • Gefühle besser zu erkennen und auszudrücken zu können
  • Bei belastenden innerfamiliären Konflikten
  • Bei schweren Krankheiten und psychischen Krisen
  • Als Unterstützung bei persönlichen Veränderungsprozessen
  • Wenn sie den Eindruck haben, ihr eigentliches Potential nicht zu leben

 

In den einzeltherapeutischen Sitzungen geht es darum, wertfrei unsere Gefühle, Gedanken und Empfindungen zu beobachten. Mit der Annahme von dem was ist, beginnt der erste Schritt der Veränderung.

Die Wahrmehnung was ist, führt nach dem Begründer der GESTALTTHERPIE Fritz Perls, in körperselbstregulativer Art und Weise zur Veränderung von alten Mustern.

 

Die GESTALTTHERAPIE bietet die Möglichkeit, Klarheit über die eigene Lebenssituationen, Beziehungsmuster und Verhaltenstrukturen zu erlangen.

In den Sitzungen nähern wir uns im Fühlen, Wahrnehmen und Verbalisieren unter Einbeziehung verschiedener Gestaltmethoden diesen unerledigten Gestalten.
Die Einübung der Präsenz im Hier und Jetzt, das wohlwollende Betrachten und Annehmen des jetzigen Zustandes ermöglicht es, schon nach kurzer Zeit, unbefriedigende Lebenssituationen und alte eingefahrene Lebensmuster und Glaubenssätze zu verändern.
Themen, mit denen wir in der Gestalttherapie arbeiten:

        • aktuelle Lebenskrisen bewältigen
        • Neuorientierung
        • Überlastung lösen (z. B. Burn-Out)
        • etwas an Ihrer Lebenssituation verändern und neue Schritte wagen
        • eigene Bedürfnisse wahrnehmen und sich dafür einsetzen
        • wieder Freude am Leben haben einen Umgang mit Krankheiten, Schmerzen, Einsamkeit und Ängsten finden
        • Schwierigkeiten in Partnerschaft, Familie und Beruf klären

Mein Ziel ist es, Menschen auf dem Weg zu begleiten, ihr Potential und ihre Lebendigkeit weiter zu entfalten.

 

Ausschnitt aus dem Interview mit Fritz Perls, Begründer der Gestalttherapie „Was ist Gestalttherapie?“

 Bry (Interviewerin): Dr. Perls, was ist Gestalttherapie?

Fritz! All das Diskutieren, Reden und Erklären erscheint mir unwirklich. Ich hasse es, zu intellektualisieren, Sie nicht?

Bry: Manchmal, aber ich möchte Sie interviewen. Ich würde gerne etwas über Gestalttherapie erfahren. Also…

Fritz! Lassen Sie uns etwas anderes versuchen. Sie sind die Patientin. Seien sie echt, keine Intellektualisierungen mehr.

Bry: Nun gut, wenn Sie meinen, versuch ich’s. Ich versuche, die Patientin zu sein. Also, was ich sagen würde ist folgendes:

„Dr. Perls, mein Name ist Adelaide, und ich komme zu ihnen als Patientin. Ich bin depressiv und ich habe diese körperliche Angst vorm Fliegen. Meine Hände werden feucht und mein Herz schlägt schneller.“ – Was nun?

Fritz! Innerhalb von fünf Minuten werde ich Sie von Ihrer körperlichen Flugangst befreien.

Bry: Oh, wirklich? Sehr gut. Wie wollen Sie das anstellen?

Fritz! Schließen Sie Ihre Augen. Steigen Sie in das Flugzeug. Vergegenwärtigen Sie sich, daß sie nicht in einem richtigen Flugzeug sitzen, es geschieht nur in Ihrer Phantasie. Die Phantasie wird Ihnen helfen zu sehen, was Sie beim Fliegen erleben.

Bry: Mein Herz beginnt, schneller zu schlagen…

Fritz! Lassen Sie Ihre Augen geschlossen…

Bry: Gut.

Fritz! Ihr Herz beginnt, schneller zu schlagen, … erzählen Sie weiter.

Bry: Ich sehe den Rücken des Piloten da vorne, und ich bin mir nicht sicher, ob er der Situation gewachsen ist.

Fritz! Gut. Stehen Sie auf und sagen ihm das.

Bry: Ich tippe ihm auf die Schulter. Er dreht sich um. Ich sage: „Halten Sie die Straße im Auge?“ Er stößt mich weg und ich gehe zurück auf meinen Platz.

Fritz! Gehen Sie nicht zurück auf Ihren Platz. Wechseln Sie den Platz. Sie sind jetzt der Pilot.

(Dr. Perls bat mich, mich auf einen Stuhl gegenüber von meinem zu setzen. Bei jedem Rollenwechsel wechselte ich auch den Platz.)

Bry: Ich bin der Pilot. Was macht diese Frau hier, sie stört mich. Verlassen Sie das Cockpit und kehren Sie auf Ihren Platz zurück. Ich weiß was ich tue.

Fritz! Ich glaube Ihrer Stimme nicht. Achten Sie auf Ihre Stimme.

Bry (als Pilot): Entschuldigen Sie bitte, es tut mir leid, es tut mir wirklich schrecklich leid, aber wir wissen, wie man dieses Flugzeug fliegt. Würden Sie bitte zu Ihrem Platz zurückgehen. Alles ist in bester Ordnung und völlig unter Kontrolle.

Fritz! O.K., wie heißen Sie, Adelaide? – Adelaide.

Bry (als Adelaide): Ich möchte ja zu meinem Platz zurückgehen, aber ich bin so aufgebracht über dieses Flugzeug; ich mag es nicht, vom Boden abzuheben. Ich mag es nicht, in zehntausend Metern Höhe zu sein, das ist unnatürlich.

Fritz! O.K., jetzt sind Sie die Autorin; schreiben Sie das Script.

Bry (als Pilot): Hören Sie, wir tun unser Bestes, wir sind auch Menschen. Sehen Sie, dieses Flugzeug kostet fünf Millionen Dollar und wurde von Pan American geprüft. Wenn es etwas gibt, das wir mögen, dann ist das Geld. Jedesmal wenn ein Flugzeug abstürzt verlieren wir Geld, und wir verlieren Leute. Das ist sehr schlecht für unser Ansehen, und wir tun alles Erdenkliche, um dieses Flugzeug in der Luft zu halten. Wenn wir hin und wieder einen Fehler machen – mein Gott – das kommt eben vor, und in dieser Welt muß man eben manchmal was riskieren. Bis jetzt hatten wir noch keinen einzigen Transatlantikunfall. Ist Ihnen das klar?

Bry (als Adelaide): Aber ich – wenn mir die Reise nach London zum Verhängnis wird, wenn ich mitten über dem Atlantik abstürze. Aber, naja, ich würde nicht alt werden, mir würden eine Menge schrecklicher Dinge erspart bleiben; vielleicht wäre es gar nicht so schlimm.

Bry (als Pilot): Hören Sie, gute Frau, das ist keine Art, die Dinge zu sehen, wenn man Urlaub macht. Das ist total töricht.

Fritz! Sagen Sie das nochmal.

Bry (als Pilot): Sie sind völlig bescheuert, total dumm… töricht, töricht, töricht, töricht, Verdammt nochmal. Ich verdiene damit mein Geld; selbst wenn ich im Jahr fünfzigtausend verdiene – ich kann was anderes machen. Jeden Tag – nein, nicht jeden Tag, aber vierzehn Tage lang jeden Monat verdiene ich hier mein Geld und sie sind eine törichte Frau.

Bry (als Adelaide): Ich weiß bereits, daß ich blöd bin. Das war ein Scherz, ich weiß, daß ich dumm bin. Wissen Sie – ich muß es Ihnen erzählen – ich habe sogar Flugstunden genommen. Ich habe Flugstunden genommen, um etwas gegen die Angst zu unternehmen, in kleinen Piper Cubs.

(A.d.Ü.: Piper Cub ist eine kleine amerikanische Propellermaschine)

Fritz! Erzählen Sie das nicht mir …

Bry (als Pilot): Piper Cubs, oh, Piper Cubs, ja? Piper Cubs, das ist wohl ein Scherz. Sie befinden sich in einer Boeing 707, Piper Cubs. Die beiden haben nichts miteinander zu tun. Ich schlage vor, daß Sie wieder auf Ihren Platz gehen und mich hier arbeiten lassen …

Fritz! Ich schlage etwas anderes vor. Übernehmen Sie das Flugzeug. Setzen Sie sich auf den Pilotensitz.

Bry (als Adelaide): Oh, großartig. Ich liebe es, die Dinge unter Kontrolle zu haben.

Fritz! Erzählen Sie das nicht mir, sagen Sie ihm das.

Bry (als Adelaide): Hören Sie zu. Mit nur einer Hand fliege ich diese Maschine noch besser als Sie. Es gibt hier ein paar kleine Details und technische Feinheiten, die Sie kennen, aber ich könnte das in ein paar Monaten lernen. Ich bin intelligent genug dafür; also setzen Sie sich zurück auf meinen Platz und lassen Sie mich das hier machen.

Fritz! Sagen Sie das nochmal: „Lassen Sie mich das hier machen.“

Bry: Lassen Sie mich das hier machen.

Fritz! Nochmal.

Bry: Lassen Sie mich das hier machen.

Fritz! Sagen Sie es mit Ihrem ganzen Körper.

Bry: Lassen Sie mich das hier machen.

Fritz! Jetzt sagen Sie es zu mir: „Fritz, lassen Sie…“

Bry: Fritz, Lassen Sie mich das hier machen.

Fritz! Nochmal.

Bry: Lassen Sie mich das hier machen.

Fritz! Haben Sie etwas gelernt?

Bry: Ja, das bin ich – leider.

Fritz! Das war ein kleines Stück Gestalttherapie.

Bry: Faszinierend.